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BRK-Herzenswunsch Hospizmobil: Fahrt zum Gardasee – Abschiednehmen in Sirmione

Ein letzter Ausflug an den Gardasee mit der Familie.

Schöne Erinnerungen bleiben – vor allem die, die man gemeinsam mit den Menschen sammelt, die einem wichtig sind. Für den 62-jährigen Giovanni erfüllte das Team Herzenswunsch des BRK-Kreisverbands Rosenheim einen ganz besonderen Wunsch: ein letztes gemeinsames Wochenende mit seiner Familie am Gardasee.

Giovanni stammt ursprünglich aus Sizilien und verbrachte in den vergangenen Jahren viele Urlaube mit seiner Frau und seiner Familie am Gardasee. Seit einigen Jahren lebt er mit der Diagnose Krebs. Während die Erkrankung zunächst noch behandelt werden konnte, ist die aggressive Form seit Beginn dieses Jahres leider nicht mehr behandelbar. Giovannis Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide.

Sein großer Wunsch war es, noch einmal gemeinsam mit seiner Familie nach Sirmione zu reisen. Da die Reise aufgrund seines Gesundheitszustandes ohne professionelle Unterstützung nicht möglich gewesen wäre, wurde das Team Herzenswunsch des BRK-Kreisverbands Rosenheim angefragt. Schnell wurde geplant und organisiert – denn allen war bewusst, dass nicht mehr viel Zeit bleibt.

Am Freitag ging es Richtung Gardasee. Trotz des starken Augustverkehrs und einer langen Fahrt konnte Giovanni sich während der Fahrt hinlegen und immer wieder ausruhen.

In Sirmione angekommen, genoss er am nächsten Tag bei schönstem Wetter den Blick über den Gardasee. Zurück im Hotel wartete eine besondere Überraschung: Ein Teil seiner Familie war eigens angereist, um ihn noch einmal zu sehen. Gemeinsam verbrachten sie den Tag, besuchten eine Kirche und kehrten am Abend in Giovannis Lieblingsrestaurant ein – einem Ort, den er von früheren Aufenthalten besonders schätzte.

Während die Familie am Nachmittag eine Ruhepause einlegte, besuchte das Herzenswunsch-Team das nahegelegene Solferino. Dort entstand vor 167 Jahren nach einer verheerenden Schlacht der Rotkreuz-Gedanke. „Sono tutti fratelli – Alle sind Brüder“ – ein Gedanke, der auch die Arbeit des Herzenswunsch-Teams bis heute prägt.

Am Sonntag fühlte sich Giovanni nicht gut, daher wurde der Tag ruhig verbracht. Am Abend ging es noch einmal nach Lazise. Ein Spaziergang durch die Altstadt und ein gemeinsames Abendessen in einem weiteren Lieblingslokal der Familie bildeten den Abschluss der Reise.

Ein emotionaler Abschied für alle, denn die Gewissheit, dass es kein Wiedersehen mit Giovanni geben wird, war an diesem Abend besonders spürbar.

Müde, traurig, aber auch dankbar und glücklich über die gemeinsam verbrachte Zeit, machte sich die Familie anschließend auf den Heimweg.

Für das Team Herzenswunsch bleibt vor allem eines: die Dankbarkeit, Giovanni und seiner Familie diesen Wunsch ermöglicht und sie auf diesem besonderen Weg begleitet zu haben. Manchmal können wir einem Leben nicht mehr Tage geben. Aber vielleicht einem Tag mehr Leben.

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