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Liebevolle Ausstattung der Großtagespflege in Prien

Bereich Soziale Dienste

Natürlich hat die Corona Pandemie in 2020 deutliche Spuren im Bereich Soziale Dienste hinterlassen. Größtenteils gingen diese leider mit Umsatzeinbußen und Erschwernissen in der Durchführung unserer Dienste einher. Für viele Kolleginnen und Kollegen hat das massive Veränderungen in der gewohnten Arbeitsweise und Struktur mit sich gebracht, auf die schnell reagiert werden musste.

Kinder, Jugend und Familie

Am 16.07.2019 fiel der Entschluss des BRK-Vorstands für den Einstieg des Kreisverbandes in die Kinder-, Jugend-& Familienhilfe, am 01.01.2020 war es schon so weit. Das neugegründete Team „Kinder, Jugend & Familie“ begrüßte mit dem Jugendzentrum Bad Aibling die erste Jugendhilfe-Einrichtung unter Trägerschaft des BRK-Kreisverbandes Rosenheim in der Rotkreuzfamilie. Seither ist viel passiert! Aber der Reihe nach und von vorn.

JUZ Bad Aibling
Zum Jahreswechsel 2019/2020 wurde der BRK-Kreisverband Rosenheim neuer Träger der Offenen Jugendarbeit Bad Aibling und des dazugehörenden Jugendzentrums. Erfreulicherweise konnten wir mit der Einrichtung auch ein sehr erfahrenes Team in unseren Reihen begrüßen. Der Start war geprägt vom gemeinsamen Ankommen, Planen und ersten Angeboten für die Aiblinger Jugend unter dem Dach des Roten Kreuzes. Und als es gerade so richtig los gehen sollte: Kam Corona! Mit kreativen Ideen (Online-Treff, Digitale Sprechstunden, Kleinkunst-im JUZ online und vielem mehr) galt es nun den Herausforderungen der Zeit zu begegnen. Gleichzeitig zeigte sich auch: Das was Jugendarbeit in Präsenz ausmacht, kann ein digitales Angebot nicht ersetzen. Umso froher waren wir dann, als im Juli die Türen des Jugendzentrums wieder unter strengen Hygieneauflagen öffnen konnten. Die Auswirkungen der Pandemie sind gerade auch auf die Jugendgeneration sehr hoch, wahrscheinliche Folgen nur erahnbar. Hier werden wir auch in der Zukunft einen starken Fokus unseres pädagogischen Angebots setzen, immer begleitet von der Frage: Was brauchen junge Menschen gerade? Im ohnehin schon spannenden Jahr 2020 gab es dann im Herbst noch einen Personalwechsel – Harald Artmaier entschied sich nach zehn Jahren Tätigkeit in der Aiblinger Jugendarbeit für eine persönliche Veränderung. Mit Lena Kruse und Kathrin Schlierkamp konnten wir zwei engagierte neue Pädagoginnen für das Team gewinnen, das sich künftig mit Mira Struckmeier als Leitung als Trio aufstellt.

Großtagespflege in Prien „Die Seewichtel“
Im September durften wir dann zwei weitere Einrichtungen in unserer Rotkreuzfamilie willkommen heißen. Zum 01.09. öffnete die BRK-Großtagespflege „Die Seewichtel“ in Prien als erste Einrichtung ihrer Art ihre Türen für Priener Kinder im Alter von eins bis drei Jahren. In unserer Einrichtung, einer zentral gelegenen Altbauwohnung, in der Priener Seestraße ist Platz für insg. 16 angemeldete Kinder, wobei maximal zehn Kinder gleichzeitig anwesend sein dürfen.  Anfangs mussten sich die kleinen Gäste natürlich erst eingewöhnen. Die liebevoll gestalteten Räume in schöner und familiärer Atmosphäre und die neuen Teammitglieder Dorothea Haberl (Erzieherin) und Angelina van Straaten (Tagespflegepädagogin) sorgten dafür, dass es ihnen leichter fällt. Täglich geht es bei jedem Wetter nach draußen: zum Spielplatz, in den Wald oder an den See. Für uns als Träger hat das Konzept der Großtagespflege als Piloteinrichtung im Landkreis spannende Perspektiven und Möglichkeiten für die Kinderbetreuungs-Landschaft im Landkreis eröffnet. Die Kleingruppenbetreuung wie sie in der Großtagespflege, und neuerdings auch in sog. Mini-Kitas möglich ist, stellt eine interessante familiennahe Alternative zu „klassischen“ Kindertageseinrichtungen dar. Wie sich in unserer Einrichtung in Prien gezeigt hat, suchen viele Eltern gerade nach solchen Kinderbetreuungsarten: Kleine Gruppen mit max. 10 Kindern, flexible Betreuungszeiten, enger Austausch mit dem Betreuungspersonal und familiennahe Konzepte (z.B. im Bezug auf Räumlichkeiten, pädagogischer Alltag, Verpflegung etc.). Zusätzlich bieten kleine Einrichtungen die Möglichkeit einer schnellen Umsetzung: Vom Beschluss im Priener Gemeinderat, der Suche nach Räumlichkeiten und Betreuungskräften bis zum Start der Einrichtung vergingen gerade einmal sechs Monate. Die Großtagespflege /Mini-Kita ist wie auch die „klassischen“ Kindertageseinrichtungen über das BayKiBiG förderbar. Für die Zukunft sind gerade solche kleinen Einrichtungen aus unserer Perspektive heraus sehr gewinnbringend für die Kinderbetreuungslandschaft: Es können schnell wachsende Bedarfe nach Betreuungsplätzen in der Kommune gedeckt und verschiedene Konzepte umgesetzt werden z.B. Betriebseinrichtungen, Kooperationseinrichtungen mit Schulen, Angebote in den Randzeiten – ohne, dass dafür eine große Kindertagesstätte geplant werden muss.

Mittagsbetreuung Grundschule Schönau
Unsere dritte Einrichtung im Team ist seit September 2020 die Mittagsbetreuung an der Grundschule Schönau. 14 Familien haben ihre Kinder (alle Grundschüler) beim Anmeldeverfahren im Frühjahr für die Mittagsbetreuung angemeldet. Auch das Betreuungsteam für die Mittagsbetreuung war schnell gefunden: Magdalena Schnitzenbaumer, selbst Schönauerin und Mutter einer 1.Klässlerin an der Schönauer Grundschule, hält als Koordinatorin die Fäden für die Mittagsbetreuung in der Hand. Unterstützt wird sie von Stefanie Markhauser, Angelika Grüttner und Christine Obermaier, die sich bei der Betreuung abwechseln. Mit dem Start ins neue Schuljahr hieß es auch für die Mittagsbetreuung „Jetzt geht’s los“. Seit Mitte September werden die Kinder täglich von 11:15 bis 15:00 Uhr vom Mittagsbetreuungs-Team des BRK betreut. Auf dem Plan stehen hier das gemeinsame Mittagessen, das täglich frisch gekocht von Oskars Kinderküche geliefert wird, aber auch Hausaufgaben, Basteln und Spielen. Bei schönem Wetter nutzen die Kinder den großen Pausenhof und die vielfältigen Spielmöglichkeiten an der Schule. Auch in der Mittagsbetreuung müssen die geltenden Hygienevorgaben für Grundschulen eingehalten werden. Dies gelingt gut, indem wir die Kinder in die Umsetzung des Hygienekonzepts einbeziehen: Regelmäßig Händewaschen, Tragen von Mund-Nassen-Bedeckung und regelmäßiges Lüften sind für die Kinder mittlerweile ein normaler Punkt in der Tagesordnung.
Wir freuen uns sehr über die neuen Kolleginnen und Kollegen und die neuen Einrichtungen in unserem Kreisverband und blicken gespannt auf das Jahr 2021. Auch hier warten schon spannende neue Tätigkeitsfelder und Aufgaben auf uns.

 

Soziale Dienste

Essen auf Rädern
Unser Menüservice „Essen auf Rädern“ konnte als einziger Bereich in 2020 erfolgreich ausgebaut werden. Auf Grund der Pandemie verzeichneten wir eine verstärkte Nachfrage.  Zusätzlich übernahmen wir gegen Ende des Jahres 65 Kunden eines ehemaligen Mahlzeitendienstes in Feldkirchen/Bruckmühl und Halfing/Eggstätt und haben diese in die Belieferung aufgenommen. Hierfür war allerdings der Ausbau einer Küche, neue Fahrzeuge und Aufstockung des Personals in Feldkirchen notwendig.

Hausnotruf
Der Bereich Hausnotruf lief relativ stabil über das gesamte Jahr. Wir konnten die Teilnehmerzahl von 1.500 überschreiten. Allerdings stellte sich eine gewisse Stagnation ein, da viele Senioren zeitweise auf Hausbesuche lieber verzichteten und somit eine Beratung vor Ort und Installationen nicht durchzuführen waren.

Ambulante Pflege
Hier mussten wir hohe Umsatzrückgänge im Bereich Hauswirtschaftliche Versorgung und Besuchsdienst hinnehmen, da diese Angebote Pandemie-bedingt nicht mehr angeboten werden konnten. Hinzu kam es zu Corona-bedingten erheblichen Mehraufwand bei der Durchführung unserer Pflegeleistungen. Zum Jahresende mussten wir leider unseren ambulanten Pflegedienst in der Region Wasserburg einstellen.

Fahrdienste
Die Schließungen von Einrichtungen und Schulen für während der Lockdowns führte auch zu vielen Ausfällen unserer Touren. Teilweise konnten wir diese Ausfälle durch die Übernahme von Logistikdiensten für das Landratsamt Rosenheim kompensieren.

Migration und Flüchtlinge
Auch im Bereich Migration und Flüchtlinge führte die Pandemie zu einigen Veränderungen im Arbeitsablauf. Die klassischen Beratungsgespräche konnten lange Zeit nicht mehr durchgeführt werden. Eine Umstellung auf Onlinemedien war zeitraubend und nicht immer zielführend. Die Probleme wurden noch ergänzt durch diverse Ausbruchsgeschehnisse in den Flüchtlingsunterkünften.

Kleidersammlung
Der Preisverfall der Sammelware Altkleider, der sich bereits seit einiger Zeit entwickelte, spitzte sich seit der Pandemie noch zu. Teilweise musste befürchtet werden, dass die Ware nicht mehr abgenommen wird. Gleichzeitig sank die Qualität der Sammelware sinkt und der Müllanteil stieg. Für die Verluste konnte kein Ausgleich erreicht werden.