WasserwachtWasserwacht
Mit dem Einsatzboot unterwegs auf den Gewässern im Rosenheimer Land. Kursfahrten während des Pilotlehrgangs „Praxisanleiter Bootsdienst“ auf dem Chiemsee.

Wasserwacht

2018 war für die Kreiswasserwacht Rosenheim ein aufregendes Jahr. Es gab viele Neuerungen, spannende Übungen und fordernde Einsätze.

Benefiztauchen der Rettungstauchgruppe Prien-Rimsting

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Rettungstauchgruppe Prien-Rimsting fand im Februar 2018 ein Benefiztauchen mit allen aktiven und passiven Rettungstauchern der Kreiswasserwacht Rosenheim auf Einladung der Wasserwacht Prien-Rimsting statt. Ziel war es, 50.000 Meter am Stück ohne Tauchgerät und nur mit ABC-Ausrüstung zu bewältigen, selbstverständlich gelang dies nicht einer Einzelperson, sondern wurde von der gesamten Tauchgruppe der Kreiswasserwacht Rosenheim in kameradschaftlicher Zusammenarbeit gemeistert. Zur Freude aller Teilnehmer schafften alle zusammen bis zum offiziellen Ende um 10 Uhr Vormittag eine Strecke von 68.000 Meter. Gustav Posch (Gustl) übergab als Repräsentant der Rettungstauchgruppe Prien-Rimsting die gesammelten Spenden in Höhe von EUR 2.000,00 in Form eines Schecks an die ortsansässige Kampenwand Schule.

Spezialausbildung für Wasserwachtler - Air Rescue-Specialist (Luftretter)

Seit Sommer 2018 stehen der Wasserwacht Bayern 14 neue Luftretter zur Verfügung. Das 50-köpfige Team ist somit wieder vollständig und steht im Katastrophenfall zur Verfügung.
Nach 15 Jahren fand 2018 diese besondere Ausbildung für Wasserwachtsmitglieder wieder statt. Der sechstägige Lehrgang wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht und der Bundespolizei an mehreren Standorten in Bayern abgehalten. Air Rescue-Spezialisten versorgen, evakuieren und retten Menschen mit Hilfe von Hubschraubern in Hochwassergebieten. Aufgrund der hohen Kosten und besonderen Ansprüche gab es nur 14 Plätze für ganz Bayern. Drei der begehrten Plätze belegten Mitglieder der Kreiswasserwacht Rosenheim.
Zu den Zugangsvoraussetzungen gehörten die Absolvierung der Ausbildungen in Wasserrettung, Sanitätsdienst und Fließwasserrettung sowie herausragende körperliche Fitness und eine intensive Vorbereitung mit speziellen E-Learning-Angeboten.

23 neue Motorrettungsbootführer

An vier Wochenenden absolvierten 23 Teilnehmer aus verschiedenen Ortsgruppen erfolgreich den Prüfungslehrgang zum Motorrettungsbootsführer.
Die Ausbildung für die Teilnehmer startete bereits deutlich früher. In ihren Ortsgruppen wurden sie durch eigene Praxisanleiter „Bootsdienst“ in den richtigen Umgang mit den Rettungsbooten bei allen Wetterlagen eingewiesen.
Im Lehrgang selbst wurde das zuvor erlernte Wissen vertieft und um Fachthemen, wie z.B. Navigation, Recht, Licht- und Schallzeichen erweitert. Alle absolvierten die Abschlussprüfung erfolgreich.

Sieben neue Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst

Schon möglichst früh werden bei der Wasserwacht die zukünftigen Retter an ihr späteres Aufgabengebiet herangeführt. Zu diesem Zweck fand am 14. und 15. April 2018 ein Lehrgang zum Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst statt.
Sieben Teilnehmer erlernten den Umgang mit verschiedensten Rettungsgeräten und die korrekte Ausführung von Rettungen. Sie übten unter Anderem den Umgang mit den an jeder Wasserwacht-Wachstation vorhandenen automatischen Defibrillatoren. Da solche Einsätze jedoch auch für die Helfer sehr belastend sind, folgte eine Unterrichtseinheit zur psychosozialen Notfallversorgung der Einsatzkräfte, die Horst Henke, Leiter PSNV, durchführte.
Danach folgte die Unterweisung in die Ausrüstung eines Wasserretters. In dieser Ausrüstung bestritten sie nun den restlichen Lehrgang. Angesichts 8° C Wassertemperatur waren Ausbilder und Teilnehmer sichtlich dankbar für den Neoprenanzug. Bei diesen Praxisübungen erlernten die Wasserwachtler den Umgang mit dem Spineboard und die Durchführung einer strukturierten Suche im Flachwasserbereich.
Alle Aufgaben der Abschlussprüfung wurden erfolgreich gemeistert.

Pilotlehrgang Praxisanleiter Bootsdienst

Am 06.05.2018 führte der Bezirksverband der Wasserwacht Oberbayern in Bernau einen bayernweiten Lehrgang zum Praxisanleiter „Boot“ durch. Dieser Kurs ist bisher einmalig und forderte die 17 Teilnehmer wie auch die Ausbilder gleichermaßen.
So vertieften die allesamt besonders erfahrenen Bootsführer ihr Wissen im Bereich der Nautik. Auf dem Lehrplan standen unter anderem Themen wie Wetterkunde, Navigation, Rettungs- und Bergetechniken. Bei aller Theorie lag der Fokus aber ganz klar auf der nötigen Praxis. So galt es, das zuvor Erlernte am Nachmittag gleich in die Praxis umzusetzen. Dass die Aufgabe eines Praxisanleiters anspruchsvoll ist, zeigte sich gleich bei einem Wellengang von einem Meter.
Alle Teilnehmer bestanden die Prüfung und dürfen somit zukünftig die angehenden Motorrettungsbootführer in ihren Ortsgruppen auf den Prüfungslehrgang vorbereiten.

Drei große Einsätze an einem Tag. Die Wasserretter transportieren eine gerettete Person zum Rettungshubschrauber.

Tag des Abzeichens – ein voller Erfolg

Drei Wasserwacht-Ortsgruppen, Bad Aibling, Flintsbach und Oberaudorf, veranstalteten im Sommer einen „Tag des Abzeichens“. Hintergrund und Ziel der Veranstaltung waren es, der Öffentlichkeit eine Möglichkeit zu bieten, die deutschen Schwimmabzeichen abzulegen – beginnend mit dem Seepferdchen über das deutsche Jugendschwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold für Jugendliche und das deutsche Schwimmabzeichen für Erwachsene. Die ehrenamtlichen Schwimmausbilder aus den Ortgruppen boten diese Kurse in den Freibädern in den jeweiligen ansässigen Gemeinden oder Nachbargemeinden an. Diese Aktion kam bei der örtlichen Bevölkerung sehr gut an und traf auf reichlich Zuspruch und lobende Worte für den Einsatz. In Summe konnten insgesamt 17 Seepferdchen, 16 Seeräuber, 27 Jugendschwimmabzeichen Bronze und 13 in Silber erfolgreich abgenommen werden.

Übung macht den Meister

Gute Vorbereitung ist wichtig. Die Wasserretter warten auf ihren Einsatz bei einer Übung.

2018 übten die verschiedenen Wasserwachtsortgruppen fleißig, um ihr Können zu erweitern und zu festigen.
So galt eine Übung im April der Rettung von Passagieren, die auf dem Wikingerschiff „Freya“ aus dem Film „Wickie und die starken Männer“, das nun Erholungssuchenden auf dem Chiemsee dient. Die Wasserwachtler mussten herausfinden, wie die „Wikinger“ evakuiert werden können und wo man das Boot befestigen kann, um es in Schlepp zu nehmen.
Eine weitere Übung fand am Abend des 18.06.2018 am Förchenbach-Stauweiher an der Tatzlwurmstraße statt. Es handelte sich um eine Großübung mit einem simulierten Schlauchbootunfall der Ortsgruppen Flintsbach, Rosenheim und Bad Aibling.
Es mussten mehrere Personen gefunden werden, wobei das schwer zugängliche Gelände die Suche und die Kommunikation erschwerte und einsatztaktische Entscheidungen zügig gefällt und durchgeführt werden mussten.
Zur Suche standen insgesamt drei Sit-on-Tops (Sitzkajaks) zur Verfügung. Die Retter paddelten die gesamte Seefläche ab und hielten Ausschau nach den vermissten Personen. Unterstützt wurden sie dabei durch Wasserretter, die den Uferbereich zu Fuß absuchten. Zwei Tauchtrupps suchten versunkene Personen an den scheinbaren Untergangsstellen. Die Wasserretter führten zudem eine Suchkette im Wasser durch und unterstützten die Wassersuche im Flachwasserbereich.
Im Juli gab es dann gleich drei Übungsszenarien, die im Rahmen einer Großübung des MKTs – Verein für Rettungsdienst und Katastrophenschutz, durchgeführt wurden. Ein gekentertes Schlauchboot auf dem Inn, ein brennendes Segelboot im Höglinger Weiher, ein Tauchunfall, ebenfalls am Höglinger Weiher und jede Menge verletzter Personen. Die Ortsgruppen Flintsbach, Prien und Bad Aibling hatten einiges zu tun und waren regelrecht im Dauereinsatz.
Besonderes Augenmerk legte die Übungsleitung bereits während der Ausarbeitung der Szenarien auf die Zusammenarbeit der Einheiten, die vor Ort vorbildlich klappte und die gestellten Aufgaben wurden mit Bravour gemeistert.