RettungsdienstRettungsdienst

Bereich Rettungsdienst

Das Jahr 2018 war im Bereich Rettungsdienst geprägt von einer Vielzahl von Einsätzen, Projekten, Maßnahmen im Qualitätsmanagement und Schnittstellengesprächen zwischen Rettungsdienst, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Zweckverband für Rettungdienst- und Feuerwehralarmierung Rosenheim (ZRF), Integrierte Leitstelle (ILS) und Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim.

Viel Zeit wurde auch in die immer wichtiger werdende Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Rettungsdienst-Einsatzleitung investiert. Das Ergebnis aus diesen Arbeitsgruppentreffen kann sich sehen lassen und hat vielleicht bayernweit eine Vorreiterrolle.
Dank des nachhaltig großen Engagements aller Beteiligter, egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich in der großen Rot-Kreuz-Familie, konnten alle Herausforderungen an das komplexe Hilfeleistungssystem im Jahr 2018 im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger bewältigt werden.

Einsatzleistung im Rettungsdienst

Insgesamt wurden die Fahrzeuge des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes in Stadt und Landkreis Rosenheim 47.934 alarmiert.                                                                                    
Bei durchschnittlich 131 Einsätzen am Tag wurden 1.344.988 Jahreskilometer zurückgelegt.
Auf insgesamt 10 Rettungswachen und Stellplätzen waren unsere Kolleginnen und Kollegen 218.757 Stunden für die Bevölkerung einsatzbereit.

Einführung Webtool im Dienstplanprogramm GeoCon

Nach einer Testphase an den Rettungswachen Bad Endorf und Kiefersfelden wurde zum 01.02.2018 unser Dienstplanprogramm GeoCon um ein Webtool erweitert. Dieses Tool ermöglicht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im mobilen Rettungsdienst, ihren aktuellen Dienstplan außerhalb der Rettungswachen auf dem privaten Handy oder PC einzusehen. Zusätzlich kann man über diese Erweiterung Überstundenmeldungen einreichen.

Einheitliche Bestückung der Rettungswägen

Im Herbst 2018 bildete sich eine Arbeitsgruppe zur Vereinheitlichung der Bestückung aller Rettungswägen im Rettungsdienstbereich Rosenheim. In der Arbeitsgruppe waren Vertreter der Ambulanz Rosenheim, des BRK Rosenheim und Miesbach, Johanniter, Malteser und der ärztlichen Leitung Rettungsdienst.
Ziel war es, dass jeder, der im Rettungsdienst tätig ist, unabhängig seiner Organisation, in den Rettungswägen des Rettungsdienstbereichs (RDB) Rosenheim das Material und die Ausrüstungsgegenstände für den Alltag oder zur Lebensrettung an derselben Stelle findet. Das Projekt soll bis zum 31.03.2019 umgesetzt und durch Verbesserungsvorschläge weiterentwickelt werden.

Neuer Schwerlast-Rettungswagen für den RDB Rosenheim

Der neue Schwerlast-Rettungswagen. Mit besonderer Federung und speziellem Ladesystem zum Wohle des Fahrgastes und der Rettungsdienstmitarbeiter.

Nach acht Einsatzjahren und 217.000 Kilometer wurde der erste Schwerlast-Rettungswagen (S-RTW) des RDB Rosenheim im Rahmen der Wiederbeschaffung durch einen neuen S-RTW der Generation Bayern 2017 ersetzt.
Der neue Mercedes-Benz Sprinter 519 CDI mit 190 PS Heckantrieb mit zuschaltbarem Allradantrieb verfügt über eine Luftfederung der Hinterachse sowie einem Stryker-Power-Load-Beladesystem. Die Fahrtrage hat eine Tragfähigkeit von 318 kg und der Tragesessel von 224 kg.
Bezüglich der umfangreichen Unterweisungen in das Power-Load-Beladesystem sowie in die Spezialgerätschaften des S-RTW wurde mit dem ZRF Rosenheim ein Probebetrieb mit fester Stationierung an der Rettungswache Bad Endorf vereinbart.
Der Probebetrieb hat sich bisher sehr bewährt, da das Fahrzeug und Material von einem festen Personalstamm bedient wird. Ebenso ist das Fahrzeug 24 Stunden besetzt und muss nicht, wie beim Vorgängerfahrzeug (S-RTW und Reserve RTW), mit einer anderen Rettungswagen-Besatzung besetzt werden.

Planübung mit der Polizei in Wasserburg

Am 30.10.2018 führte die Polizei eine Planübung in Wasserburg durch. An dieser internen Polizeiübung nahmen erstmalig Vertreter der Einsatzleitung aus dem Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst teil. Ziel war es, die Zusammenarbeit in LBEL-Lagen (lebensbedrohliche Einsatzlagen) zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst zu üben.
Im Einzelnen wurde auf folgende Punkte geachtet:

  • Möglichkeiten einer gemeinsamen Funkkommunikation im Einsatz
  • Kennenlernen und Zusammenführen der unterschiedlichen Einsatztaktiken
  • Sensibilisierung für die unterschiedlichen Betrachtungswinkel der jeweiligen Einsatzleiter

Diese, von der Polizei ausgearbeitete, Übung im Sinne einer FST-Übung war so realistisch, dass schon nach kurzer Zeit alle Beteiligten unter Stress standen und voll in ihren Aufgaben aufgingen. Jetzt wird versucht die gewonnenen Erkenntnisse in die jeweiligen Einsatztaktiken einzuarbeiten.
Bei der abschließenden Besprechung zeigten alle Beteiligten ihre Begeisterung und beurteilten die Zusammenarbeit als sehr gut und konstruktiv und wünschten sich zukünftig weitere gemeinsame Übungen.

Aktuelles vom Desinfektor des KV Rosenheim

Die leitenden Desinfektoren der BRK Kreisverbände der Region 18 haben in enger Zusammenarbeit einen gemeinsamen Rahmenhygieneplan erstellt. Dieser wurde im letzten Jahr grafisch und inhaltlich überarbeitet. Auch der Hygieneplan für den Kreisverband Rosenheim, der auf den R18-Rahmenhygieneplan aufbaut, wurde überarbeitet.
Darüber hinaus konnten Ksenia Golnjar für die Rettungswache Prien und Jürgen Kaiser für die Rettungswache Bad Endorf als neue Hygienebeauftrage gewonnen werden. Somit ist an jeder Rettungswache des Kreisverbandes Rosenheim ein Hygienebeauftragter vor Ort.

Ein Jahr Schlaganfallnetzwerk RDB Rosenheim

Das im RDB Rosenheim gegründete Schlaganfallnetzwerk unter federführender Mitwirkung des Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD), der ILS, der Durchführenden im Rettungsdienst, Notärzte, Klinikärzte und Pflegekräfte konnte am 17.10.2018 sein einjähriges Bestehen bekanntgeben. Durch den Schlaganfallbogen sprechen alle Beteiligte im System dieselbe Sprache. Besonders erfreulich ist, dass, in den meisten Fällen, die in der Literatur geforderten 60 Minuten vom Eingang des Notrufes bis zur Übergabe einer Stroke Unit in unserem Rettungsdienstbereich eingehalten bzw. deutliche unterschritten werden.
Die Patientenanmeldung über das NIDA-Pad, sowie zusätzliche telefonische Anmeldung, ermöglichen eine schnellstmögliche Aufnahme des Patienten in die Klinik und Zuführung der erforderlichen Diagnostik.

Neues Notfall-Rucksack-Konzept auf den BRK RTW

Nachdem nun schon seit geraumer Zeit das sogenannten „ABCDE-Schema“, bekannt als strukturierte Patientenversorgung, angewandt wird, gibt es nun auch ein neues Konzept für unsere Notfallrucksäcke.
Um das strukturierte Arbeiten für alle nach dem Schema zu erleichtern, eine bessere Übersichtlichkeit in den Rücksäcken zu gewährleisten und den kritischen Patienten noch schneller behandeln zu können, wurden verschiedene neue Modultaschen eingeführt. Ganz neu ist, dass sich Beckenschlinge, Cheast Seal, Celox und Thoraxentlastungsnadel ab sofort im Rucksack und nicht mehr im RTW befinden. Somit kann gewährleistet werden, dass bei kritischen Patienten kein Teammitglied zurück zum RTW muss, um diese oder einzelne Utensilien zum Verletzten zu bringen und dadurch entscheidende Zeit verloren geht. Durch die Möglichkeit, alle Ressourcen schnell am Patienten zur Verfügung zu haben, erhöht sich die Patientensicherheit deutlich.
An dieser Stelle einen herzlichen Dank an unseren QMB Rettungsdienst Stefan Hornischer.

Aus und Fortbildung im Rettungsdienst

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 114 hauptamtlich angestellte Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der Pflichtfortbildung in 3420 Stunden fortgebildet.
Die Fortbildungsthemen waren:

  1. AED Rezertifizierung RD mit Teamtraining
  2. Trauma Versorgung bei Kindern
  3. Crew Ressource Management und Kindesmissbrauch
  4. Einweisung Larynxmaske nach Herstellervorgaben, Aktuelle Themen aus dem Bereich Rettungsdienst

Durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Dr. Michael Städtler wurden 38 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Rahmen der verpflichtenden Fortbildung wegen der bevorstehenden Delegation von den sogenannten „2c“-Maßnahmen geschult. Damit können künftig Notfallsanitäter ohne einen Notarzt hinzuzuziehen heilkundliche Maßnahmen an Notfallpatienten durchführen, wenn hierfür klare Voraussetzungen vorliegen. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Handlungsalgorithmen veröffentlicht.
Im Oktober 2018 begannen fünf Auszubildende die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter/in. Somit verfügt der BRK Kreisverband Rosenheim mit seinen vier Lehrrettungswachen über insgesamt 15 Auszubildende Notfallsanitäter/innen.