BergwachtBergwacht
Ausgraben von Lawinenunfallopfer. Hier nur bei einer Übung, um für den Einsatz bereit zu sein.

Bergwacht

Bei den vielen Bergwachteinsätzen 2018 hatten es unsere Retter nicht nur mit alltäglichen Unfällen und Verletzungen zu tun. Sie unterstützten auch die Feuerwehr beim Bergwaldbrand in Kiefersfelden. Die Bergwachlter investierten viele ehrenamtliche Stunden in Ausbildung, Übungen und Nachwuchsförderung. Dass es bei den Einsätzen des letzten Jahres zu keinen Verletzungen der Retter kam, ist ein großer Verdienst der Ausbilder. Die jährliche Sicherheitsunterweisung im „Zentrum für Sicherheit und Ausbildung“ in Bad Tölz ist ein Baustein für die Sicherheit der Retter. Dort üben sie den Umgang mit den verschiedensten Rettungsmethoden wie z. B. die Bergung von Gleitschirm- und Drachenflieger und die Arbeit mit den Rettungshubschraubern.

Bergwacht und Polizei üben gemeinsam

Foto: A. Lotter
Polizei und Bergwacht schaufeln gemeinsam. Hier bei einer Übung auf dem Sudelfeld.

Zu einem anspruchsvollen Einsatzszenario trafen sich im Februar Einsatzkräfte von Bergwacht Bayern und alpiner Einsatzgruppe der Bayerischen Polizei im Sudelfeldgebiet. Ein Lawinenabgang an der Grafenherberge mit zwei frischen Einfahrtsspuren und keiner Ausfahrtsspur war die Ausgangslage der groß angelegten Übung.
Mit Unterstützung des Polizeihubschraubers Edelweiß 1 und begleitet durch das Technikteam Hausham, die zur Registrierung der Einsatzkräfte die Einsatzleitung unterstützten, begann nach den Grußworten der Wettlauf gegen die Zeit. Zwei verschüttete Tourengeher galt es unter den Schneemassen zu lokalisieren. Der Lawinensuchhund der mit Hundeführer am Hubschrauber abgewinscht wurde leistete ganze Arbeit. Nach kurzer Zeit konnte der erste Verunfallte lokalisiert, ausgegraben und versorgt werden. Eine parallele Suche mit LVS-Geräten stieß dabei nur auf einen Rucksack, der dem zweiten Wintersportler vermutlich abgerissen wurde. Erst nach langwieriger Sondierung des Lawinenhangs konnte letztlich auch der zweite Tourengeher lokalisiert und ausgegraben werden. Für ihn kam jedoch leider jede Hilfe zu spät. Die Polizeieinsatzkräfte übernahmen die Bergung des Leichnams und Namen die Ermittlungen zum Unfallgeschehen auf.
Die unter großem Medieninteresse begleitete Einsatzübung beeindruckte auch Staatsminister Dr. Marcel Huber, der großen Respekt von der professionellen Arbeit der Rettungskräfte zeigte. Auch die beiden Landräte aus Rosenheim und Miesbach, Wolfgang Berthaler und Wolfgang Rzehak, Polizeipräsident Kopp, Vertreter der Staatsanwaltschaften, der bayerischen Bereitschaftspolizei, die Inspektionsleiter aus Kiefersfelden und Miesbach, Vertreter der Alpinpolizei Tirol, der Bergrettung Tirol sowie die Landesleitung der Bergwacht Bayern waren der Einladung auf das Sudelfeld gefolgt.
Alle Gäste zeigten sich dabei beindruckt von der reibungslosen Zusammenarbeit von Polizei und Bergwacht, die sich im täglichen Einsatzgeschehen bestens etabliert hat. Die Übung hat gezeigt, dass unsere Einsatzkräfte bestens für den Ernstfall trainiert und ausgerüstet sind und dabei selbst in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können, waren sich Polizeipräsident Robert Kopp und Landesleiter Bergwacht Bayern, Otto Möslang am Schluss einig.

Übung der Bergwacht im Rohrdorfer Zementwerk

Wie setzt man Bohrhaken im Fels effizient und auf was muss man achten, damit diese auch sicher halten? Mit diesen Themen beschäftigten sich die Bergretter und Bergretterinnen vom Samerberg im Steinbruch des Rohrdorfer Zementwerks.
Nach einer kurzen Führung der Mannschaft durch den Leitstand, ging es hinaus in den Steinbruch zur eigentlichen Übung. Die Ausbildung übernahmen die Höhlenrettungsspezialisten der Bereitschaft, welche viel Erfahrung im Verankerungsbau am Fels besitzen.
Im Einsatz am Berg müssen die Bohrhaken einiges aushalten und dafür auch optimal gesetzt werden. Die Haken dienen in der Bergrettung als Fixpunkt, an dem Patient und Retter gesichert werden. Neben der Auswahl des richtigen Ortes und der passenden Abstände für die Bohrungen ging es auch um ein möglichst energieeffizientes Arbeiten um den Akku der Bohrmaschinen zu schonen. Dutzende Löcher wurden gebohrt und die verschiedensten Arten von Schrauben und Anker ausprobiert. An weiteren Stationen konnte die Gesteinsbearbeitung mit Hilfe von Spreizkeilen oder das Setzen von Verankerungen ohne Bohrmaschine getestet werden.
Wie viel Kraft zur Zerstörung der Bohrhaken nötig ist zeigte zum Abschluss der Ausbildung ein Zugversuch. Mehreren Tonnen Last hält eine einzelne Verankerung stand und bietet somit ausreichend Sicherheit für Retter und Patienten. Vielen Dank an das Zementwerk Rohrdorf für den Einblick in das Werk und die Möglichkeit zur Fortbildung im Steinbruch.

Einsatz auf jedem Terrain. Auch in schwer zugängigen Gebieten muss die Bergwacht einsatzfähig sein.

Training im verschneiten Hochriesgebiet

Unwegsames Gelände. Auf Skiern zum Einsatzgebiet.

Lawinen, verunglückte Skitourengeher oder gestürzte Wanderer sind nur ein paar der möglichen Einsatzszenarien für die Bergwacht Rosenheim-Samerberg im Winter. Bei eisigen Temperaturen und mehreren Metern Schnee ist die Rettung von Patienten mit besonderen Herausforderungen für Mensch und Material verbunden.
Damit wir auf alle Situationen bestmöglich vorbereitet sind, wird besonders im Winter viel trainiert. Mehrmals im Winter finden Ausbildungswochenenden an unserer Grozach-Diensthütte statt. Zusammen mit Manfred Steffl von der Lawinenkommission Bayern, wurde dieses Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Beurteilung des Schneedeckenaufbaus gelegt. Mit dem Blocktest wurde an verschiedenen Stellen „in die Schneedecke geschaut“ und die unterschiedlichen Schneeschichten begutachtet. Je nach Ausbildungsstand wurde in mehreren Stationen vom Umgang mit LVS, Schaufel und Sonde bis hin zum planmäßigen Lawineneinsatz fleißig geübt und neue Erfahrungen gemacht.

Neue Wasserversorgung auf der Grozach-Hütte

In den letzten Jahren konnte die Wasserversorgung der Diensthütte der Bergwacht Rosenheim-Samerberg nicht mehr zuverlässig gewährleistet werden. Durch die alte Wasserleitung lief das Wasser nicht immer selbstständig von der 200 Meter entfernten Quelle zur Hütte. Dadurch musste in den letzten Jahren Trinkwasser in Eimern auf die Hütte transportiert und im Winter Schnee geschmolzen werden.
Nach langen Planungen starteten im August die umfangreichen Bauarbeiten im Gebiet um die Grozach-Hütte. Mit Hilfe der Firma Kronast wurde die alte Wasserleitung entfernt und eine neue Leitung frostsicher zwischen Quelle und Hütte verlegt. Zusätzlich wurde ein Hochbehälter neben dem Weg zum Predigtstuhl angelegt, um den Wasserdruck in der Hütte zu erhöhen. Die Betonbauteile (Betonringe und Deckelelemente), aus denen der Hochbehälter besteht, wurden uns großzügiger Weise von der Firma Beton Bernrieder gespendet. Der Transport zur Hütte wurde mit Unterstützung des Transportunternehmens Kajetan Huber aus Achenmühle durchgeführt.
Der Naturschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der Bergwacht und so werden auch die entstehenden Leitungstrassen und Hochbehälter naturverträglich angelegt und nach den Bauarbeiten renaturiert. In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass die durchgeführten Baumaßnahmen eine wesentliche Verbesserung gebracht haben. Neben einem normalen Wasserdruck und ausreichend Wasservorrat für den gesamten Aufenthalt auf der Hütte, konnte nun auch eine UV-Filteranlage installiert werden. Die Leitungen zwischen der Quelle, dem Hochbehälter und der Hütte funktionieren einwandfrei, auch bei niedrigsten Außentemperaturen, wie wir sie diesen Winter erlebt haben. Keine der Leitungen ist während des Winters eingefroren.

Üben mit Rettungshubschrauber und Winde

Die Rettung eines verunfallten mit der Rettungswinde kann im Ernstfall lebenswichtige Zeit sparen. Dieses Manöver erfordert jedoch neben Flugwetter auch höchste Konzentration des Retters und der Crew des Hubschraubers. Jeder Handgriff muss einwandfrei sitzen. Um dies gewährleisten zu können, trainieren unsere Einsatzkräfte jährlich die unterschiedlichen Luftrettungsverfahren in der Simulationsanlage der Bergwacht in Bad Tölz. Dieses Training bereitet die Retter und Retterinnen sehr gut auf den Einsatz vor. Auf das Training mit einem echten Hubschrauber im echten Gelände kann man auch trotz guter Simulation nicht verzichten.
Eine der Echtflugübungen fand auch bei uns in der Region statt. Gemeinsam mit der Fliegerstaffel der Bundespolizei wurde die Zusammenarbeit zwischen Hubschrauberbesatzung und Bergwacht geübt.
Eigentlich sollte die Übung im Hochriesgebiet, rund um den Karkopf stattfinden. Leider spielte hier das Wetter nicht mit und so wurde die Übung kurzfristig an den Segelflugplatz nach Brannenburg verlegt.
Sechs Einsatzkräfte der Bergwacht Rosenheim-Samerberg nahmen an diesem Training teil und konnten so weitere Erfahrungen im Umgang mit dem Hubschrauber gewinnen.

Bayerischer Innenminister besucht Bergwacht Oberaudorf

Foto: A. Lotter

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Otto Lederer besuchte Innenminister Joachim Herrmann die Bergrettungswacht Oberaudorf. Dabei zeigten die Bergretter dem Minister ihr neues Heim. Bei der Besichtigung der Einsatzzentrale erkundigte sich Herrmann über den BOS-Digitalfunk, der seit etwa drei Jahren aktiv ist. Hier kam großes Lob von den Bergrettern mit der Aussage, dass die Funkabdeckung im Dienstgebiet noch nie so gut war. Nach der weiteren Besichtigung der Einsatzfahrzeuge und des Einsatzmaterials in der Garage ging es in die Diskussionsrunde, in der z.B. die Verlegung des Bundeswehr SAR-Kommandos von Penzing im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech nach Niederstetten im Nordosten von Baden-Württemberg angesprochen wurde. Diese fehlenden Hubschrauber hinterlassen eine Lücke, die vor allem bei Sucheinsätzen und Nachtflügen im Gebirge zu tragen kommt. Auf Bitte von Otto Möslang, Landesleiter der Bergwacht Bayern, wird Innenminister Herrmann deshalb um Prüfung einer Ansiedlung einer Rettungshubschrauberstaffel in Altenstadt im Landkreis Weilheim-Schongau bitten. Dadurch wäre diese im Ernstfall schneller im Einsatzgebiet der Bergwacht Region-Hochland. Eine weitere Anregung aus dem Kreis der Bergwachtvertreter kam auch zum Thema Flugtraining. Das mittlerweile reduzierte Angebot an Trainingseinheiten sei im Hinblick auf die Ausbildung der Bergwachtmitglieder, die auch eine gewisse Routine benötigen, nicht förderlich, so Heiner Brunner, Regionalleiter der Bergwacht Region Hochland. Otto Lederer sicherte zu, diesbezüglich ein Gespräch mit den entsprechenden Stellen zu führen.